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Universitätsklinik für Radioonkologie

Bei Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem Zervixkarzinom/Vaginalkarzinom und gynäkologischen Rezidivtumoren ist die definitive Radiochemotherapie die Therapie der Wahl mit kurativem Potential. Die applizierte Radiotherapie besteht aus einer externen Therapie des Tumors und der Beckenlymphabflußwege (externe Radiotherapie) und lokalen Brachytherapie (Bestrahlung von Innen). Diese ermöglicht die notwendige hohe Dosisapplikation im Tumorgebiet. Die Strahlentherapie hat in den letzten Jahren einen enormen technologischen Fortschritt verzeichnet. Um eine anatomisch angepasste individualisierte Behandlung zu ermöglichen, wurde die moderne Bildgebung in das Therapiekonzept integriert. Durch die Visualisierung des Tumors und der gesunden Risikoorgane in dessen Nachbarschaft wird eine individualisierte Therapieplanung ermöglicht. Magnetresonanztomographie (MRT) gestützte Brachytherapie wird als neue Standardtherapie für die Behandlung des fortgeschrittenen Zervixkarzinoms in vielen Zentren international implementiert. In deren Entwicklung und Implementation hat die Univ. Klinik für Strahlentherapie der Medizinischen Universität Wien am Wiener AKH die weltweit führende Rolle. Sie ist ausgestattet mit der neuesten Technologie für Bildgebung, Planung und Durchführung der Radiotherapie. Diese neue Strahlentherapieform ermöglicht eine bessere Strahlendosisanpassung an das Tumorvolumen und eine bessere Schonung der Risikoorgane in der unmittelbaren Nachbarschaft. Damit ist eine individuelle adaptierte Strahlenanwendung möglich. In Europa besteht eine enge Kooperation im Rahmen der Arbeitsgruppe für gynäkologische Brachytherapie (Groupe Européen de Curiethérapie: GEC) und der Europäischen Gesellschaft für Radiotherapie und Onkologie (European Society for Radiotherapy and Oncology:ESTRO), die die führenden Institutionen der Radioonkologie verbindet (Aarhus, Paris, Leuven, Leiden). Die Aktivitäten dieser Gruppe setzten im letzten Jahrzehnt Meilensteine in der Strahlenbehandlung von gynäkologischen Tumoren. Basierend auf diesen Empfehlungen zur bildgestützten Brachytherapie beim Zervixkarzinom wurde diese  Behandlung revolutioniert und deren Überlegenheit gegenüber röntgenbasierter Standardtherapie in wissenschaftlichen Publikationen belegt. Daraus resultierend wurde seitens der ESTRO die Leitung des Teaching Courses „Image-guided radiotherapy and chemotherapy in gynaecological cancer-focus on adaptive brachytherapy“ dem Klinikvorstand o. Univ. Prof. Richard Pötter und der Frau Prof. Christine Haie-Meder aus dem renomierten Institut Gustave Roussy, Villejuif in Paris übertragen. Im Rahmen der weiteren Technologienetwicklung  besteht enge Zusammenarbeit mit der Industrie, vertreten durch NucletronTM (an ELEKTA Company). Es werden regelmäßige Workshops für internationale Teilnehmer in Wien angeboten. Des Weiteren ist die Univ. Klinik für Strahlentherapie Gastgeber für zahlreiche international geförderte Fellows für gynäkologische Strahletherapie. Damit wird die Technologie und deren praktische Anwendung international in Europa, Asia und Süd Amerika weiter vermittelt.